Aktuelles

der 2i² Ingenieurgesellschaft Dr. Hennig & Partner

Resümee Hüttertal

Zum Jahresabschluss noch ein Wort zu unserem Projekt in Hüttertal, welches in den Medien immer wieder einmal in einem negativen Licht dargestellt wird.

Die 2i² Ingenieurgesellschaft war an der Planung zum historischen Wiederaufbau der Gewölbebrücke über die Große Röder beteiligt. Zunächst galt es, die Möglichkeiten zum Erhalt der Brücke auszuloten. Die nicht erteilte Genehmigung der Landesdirektion Sachsen, Referat Denkmalpflege für den Abbruch der Brücke stand dem von einem anderen Planungsbüro eingereichten Entwurf für eine neue Stahlbetonbrücke entgegen. Das Landesamt erteilte die Auflage, den Erhalt der Brücke hinreichend zu prüfen, um den Neubau begründen zu können.

Im Auftrag der Stadt Radeberg haben wir daraufhin eine Studie erstellt, die den Erhalt der alten Brücke aus naturschutzrechtlicher, konstruktiver, statischer, hydrologischer und auch historischer Sicht abwägt.

Im Ergebnis der Studie zeigte sich, dass das Bauwerk insbesondere auf Grund der weitgehenden Schäden an der Fundamentierung der alten Brücke und der erheblichen Fehlstellen in den seitlichen Stirnwänden nicht instandsetzungsfähig war. Salopp gesagt: Wo keine Bausubstanz mehr vorhanden ist, greift eine Instandsetzung ins Leere.

Zudem wurde das erforderliche Hochwasserschutzziel bei weitem nicht erreicht.

Nach intensiven Abstimmungen konnte die Abrissgenehmigung unter der Auflage erteilt werden, dass die Gewölbebrücke standortnah mit dem vorhandenen Material wiedererrichtet wird. Die Suche nach einer geeigneten Stelle gelang letztlich auch, da mit der Öffnung des alten Mühlgrabens eine Möglichkeit gefunden wurde, die touristisch genutzten Flächen am Mühlteich über die Fußgängerbrücke zu erschließen. Damit ergeben sich neue Chancen für die Entwicklung des Geländes an der Hüttermühle mit dem Zugang über die neue - alte Gewölbebrücke und der „Wiederbelebung“ des Mühlgrabens.

Beim Wiederaufbau der Brücke wurden ca. 95 % aller vorhandenen Natursteine aus dem Material der alten Brücke verwendet. Der Gewölbebogen wurde steingenau aufgemessen und 1:1 wiedererrichtet. Neu sind lediglich die Abdecksteine der seitlichen Protalwände.

Die Brücke wurde zur besseren Wahrnehmung und zur Einpassung in das Gelände am Mühlgraben etwas angehoben, so dass der Gehweg jetzt in einer leichten Kuppe über dem Bauwerk verläuft, was für das Bauwerk eine zusätzliche, optische Aufwertung bedeutet.

Wir sind der Meinung, dass mit dem Wiederaufbau der Gewölbebrücke ein Baudenkmal erhalten werden konnte, welches der touristischen Entwicklung an der Hüttermühle Vorschub leisten kann und den Anforderungen der Denkmalpflege, des Naturschutzes und letztlich auch den Ansprüchen des Auftraggebers und des Planers an Konstruktion und Gestaltung gerecht wird.

Eine objektivere Berichterstattung zum Projekt Hüttermühlenbrücke wäre an dieser Stelle daher durchaus wünschenswert.

US, 20.12.2018